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Mai 2012
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Schlaufzügel oder Gott schütze unsere Pferde !

Immer wieder werde ich mit dem Thema Schlaufzügel “Sinn oder Unsinn ” konfrontiert. Ich habe einmal einen Spruch gelesen: “Schlaufzügel in der Hand eines Nichtkönners sind wie Rasiermesser in der Hand eines Affen” Mehr wäre dazu eigentlich nicht zu sagen. Trotzdem einige Anmerkungen!

Mit Schlaufzügel zu reiten ist nur für Reiter gedacht – wenn überhaupt – welche einen losgelassenen Sitz haben und eine absolut weiche Hand ! Darüberhinaus müssen diese in der Lage sein die Hinterhand zu aktivieren und das Pferd von hinten unter den Schwerpunkt zu reiten und so an den Zügel herantreten zu lassen. Der Schlaufzügel ist nur dazu da, den Rahmen des Pferdes zu begrenzen und dem Pferd zu helfen vorwärts abwärts Vertrauen zum Zügel zu fassen !

Nur absolute Könner und erfahrene Profireiter sollten Schlaufzügel als Hilfsinstrument verwenden. Aber genau diese Leute brauchen derartige “Hilfen” nicht ! Ich wüsste auch nicht wann, warum und bei welchem Pferd ich jemals Schlaufzügel einsetzen müsste.

Amateurreiter mit Schlaufzügel ziehen nur den Pferdekopf auf die Brust und haben von der Hinterhand keine Ahnung. Das sieht scheußlich aus und ist noch scheußlicher fürs Pferd.

Besonders ärgelich finde ich die Methode, dass sogenannte Ausbilder und Reitlehrer ihren Schülern derartige “Folterwerkzeuge” empfehlen oder beim Beritt von Privatpferden ihrer Schüler einsetzen ! Hier wird den Reitschüler die Illusion vorgekaukelt, dass diese  “reiten könnnen” und was für ein toller Unterricht geboten wird. Beim sogenannten Beritt dienen Schlaufzügel ausschließlich der Zeitersparnis !

 

Pferdelehre oder Pferdeschule ?

Zahlreiche Eltern stellen mir immer wieder diese Frage: Soll unsere Tochter besser die dreijährige praktische Lehre als Pferdewirtschaftsfacharbeiterin absolvieren ? Oder die vierjährige Ausbildung in einer Landwirtschaftsfachschule mit Schwerpunkt Pferdewirtschaft absolvieren ? So ganz nebenbei: Früher nannte man diesen Beruf Bereiter/in ! Und ebenfalls ein deutlicher Hinweis:  Beide Berufsausbildungen haben eigentlich nach Absolvierung fast keine bis überhaupt keine Berufsaussichten ! Wenn Sie Ihre Tochter trotzdem nicht von dieser Ausbildung abhalten können – dann versuchen Sie auf jeden einen Ausbildungsplatz in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb eine  Lehrstelle zu finden. Hier sind die Lehrlinge hoffentlich täglich auf dem Pferd und im normalen Tagesablauf mit der Haltung und der Pflege der Pferde beschäftigt. Das notwendige Theoriewissen wird dann in der zweimonatigen Berufsschule ermittelt. So wird auf jeden Fall sichergestellt, dass die Lehrlinge nach 3 Jahren tatsächlich über entsprechende professionelle Kenntnisse verfügen.

 Im Gegensatz dazu werden die Schüler in den vierjährigen Fachschulen mit Theorie ohne Ende überfrachtet und die praktische Reitausbildung beschränkt sich auf eine Unterrichtseinheit pro Woche. Mit dem Ergebnis, dass nach Schulende jeder durchschnittliche Amateurreiter besser ausgebildet ist, wie diese Schulabgänger.Das dritte Schuljahr wird übrigens als Praktikumjahr in entsprechenden Ausbildungsbetrieben absolviert. Auch ich mache mir die Mühe jedes Jahr zwei solcher Praktikantinen zu übernehmen und auszubilden. Die reiterlichen Grundkenntnisse mit welchen diese Mädchen nach zwei Schuljahren zu uns kommen sind durchwegs erschreckend ! Oder um es deutlich zu sagen –  praktisch bei Null angesiedelt. Ich bemühe mich dann 10 Monate lang, diesen Mädchen soviel wie möglich an praktischen Reitkenntnissen zu vermitteln. Dazu kommt noch, dass in allen mir bekannten Fachschulen keine qualitativ entsprechend ausgebildeten Schulpferde zur Verfügung stehen. Von der tatsächlichen Berufsreiterei sind diese Schulabsolventen nach vier Jahren noch um Lichtjahre entfernt !

Vor die Wahl gestellt für eine Arbeitsstellenbesetzung  bei uns  mich für eine Schulabsolventinoder eine Bewerberin mit abgeschlossener praktischer Lehre zu entscheiden – würde ich mich immer für die Lehrabsolventin entscheiden !

Aber wie gesagt: Versuchen Sie Ihre Tochter zu überzeugen einen Lehrberuf oder eine Schule mit entsprechenden Berufsaussichten zu abolvieren. Z.B. Restaurantfachfrau, Köchin  oder Hotelkaufmann.

Reiten auf Kandare wann, wie, wo, warum ?

Diese Frage wurde mir kürzlich von unserer lieben Petra gestellt. Kurz einige Bemerkungen zu meiner aktuellen Situation. Natürlich musste ich mich jahrelang mit dem Reiten und der Ausbildung meiner Pferde auf das Reiten  mit Kandare beschäftigen. Im Rahmen meiner jahrelangen Turnierstarts  International bis in die Grand Prix Klasse – war das sozusagen Berufsalltag. Seit Beendigung meiner Turnierlaufbahn ist das Reiten auf Kandare für mich persönlich kein Thema mehr. Ich reite ausschließlich auf Trense. Alle Lektionen, welche ein Pferd auf Trense nicht bewältigt – wird es auf Kandare schon gar nicht bewältigen. Das  sichere Beherrschen der einzelnen Lektionen auf  Trense ist die Mindestvoraussetzung um Lektionen auch auf Kandare zu reiten. Pferde müssen sicher an den Hilfen stehen und sich mit Gewicht und Schenkel abwenden lassen. Diese  sollten ausbalanciert sein und die Hand nicht mehr als Stütze benötigen. Um überhaupt an ein Arbeiten mit Kandare zu denken, muß das Pferd alle Lektionen und Anforderungen der Klasse L auf Trense beherrschen. Auch die Reiter/innen  sollten in der Lage sein die typischen L-Lektionen mit einem ausgebildeten Pferd auf Trense zu reiten. Eine ruhige, weiche  und unabhängig von der Bewegung des eigenen Körpers getragene Hand gehört ebenso zu den Grundvoraussetzungen.

Wenn die reiterlichen Mindestvoraussetzungen erfüllt sind – gibt es keinen Grund sich nicht  gelegentlich  mit dem Reiten auf Kandare vertraut zu machen. Allerdings ausschließlich unter Anleitung entsprechend qualifizierter Reitlehrer und auf ebenso qualifizierten ausgebildeten Schulpferden. Der Umstieg von Trense auf Kandare fällt “Einsteigern” meistens schwer, weil diese plötzlich mit der Führung und Koordination von  v i  e r  Zügeln beschäftigt sind. Im Gegensatz zum Westernreiten und der Fahrkandare wird beim klassischen Reiten die eigentliche Kandare obligatorisch von einer Unterlegtrense ergänzt. Kleine Hilfe: Wem die Zügen zu häufig durch die Hand rutschen – sollten sich beim Trensenzügel Stege einschnallen lassen.

Wir auf dem KLEEBAUERNHOF bieten auch Spezialkurse für das Erlernen des Reitens auf Kandare an. Ein deratiger einwöchiger Kandarengrundkurs  ist die ideale Möglichkeit sich stressfrei mit dem Reiten auf Kandare vertraut zu machen. Und das selbstverständlich unter Anleitung absoluter Profis und entsprechend ausgebildeten Pferden.

Zurück aus Südafrika

Ich bin wieder gut zu Hause gelandet. Südafrika war wie immer eine Reise wert und ist und bleibt ein Traumreiseland. Was kaum bekannt ist –  Südafrika ist auch eine echtes Pferdeland. Überall an der wunderschönen “Garden Route”, in Kapstadt, dem Weinland oder der phaszinierenden Halbwüste “Kleine Karoo” – praktisch auf jeder Wiese stehen Pferde ! Ganzjährig mit Offenstallhaltung und direktem Weidezugang ! In Südafrika sollte man Pferd sein. Jetzt freue ich mich nach dem endlosen Winter auf die Saisoneröffnung bei uns am 27. März !Auf liebe Stammgäste und natürlich auch neue Reite/(innen. Der Frühling ist da, Umbauarbeiten abgeschlossen  und die Gäste können kommen. Unsere Schulpferde haben Verstärkung erhalten: SCHOKO 8 jährige hübsche dunkelbraune Stute !

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Sporen und Gerten

Liebe Petra, die Frage was ich von Sporen und Gerten bei “Amateurreitern” halte ist relativ einfach. Sporen haben bei “Amateurreiter” nichts aber auch schon gar nichts verloren ! Ich selbst arbeite meine Pferde täglich und ohne Sporen ! Im Schulbetrieb bei uns sind diese generell verboten ! Das richtige Treiben erfolgt ausschließlich über den richtigen Sitz. Diesen kann man nur ohne die Verwendung von Sporen erarbeiten !Die regelmäßige Verwendung von Sporen endet bei “Amateurreitern” mit dem berüchtigten “Stuhlsitz”. Das Tragen von Sporen ist offensichtlich für viele Reiter/innen lediglich zur Imagepflege erforderlich. Dies erinnert mich an die mit Eisen beschlagenen Schuhabsätze von Jungmanagern. Hier mag das “Klappern” vielleicht zum Handwerk gehören – im Reitsport wirkt es nur lächerlich ! Differenzierter ist die Frage nach Sinn und Unsinn bei der Verwendung von Gerten. Auch in dieser Hinsicht bin ich bei Reitanfängern und nur leicht fortgeschrittenen Reitern in Hinblick auf den Einsatz von Gerten neagtiv eingestellt ! Allerdings können Gerten in der richtigen Hand  – im Gegensatz zu Sporen – für Pferd und Reiter eine sinnvolle Hilfestellung sein. Allerdings mit richtiger Führung und keinesfalls als “Prügelhilfe” oder als “Züchtigungsmassnahme”.

In Dressurwettbewerben sind auch Gerten verboten. Bei dieser Gelegenheit werde ich niemals in meinem Leben meine größte Blamage im Turniersport vergessen: Bei meinem ersten Grand Prix Start meiner Dressurkarriere in einem CDN in Wien war ich so aufgeregt, dass ich tatsächlich mit Gerte eingeritten bin. Ich habe einfach vergessen diese vor dem Einreiten beiseite zu legen. Die Internationalen Richter haben mich vor voll besetzter Tribüne brav Einreiten und auch noch schön Grüßen lassen. Dann hat mir der Vorsitzende der Richtergruppe ebenso höflich wie unüberhörbar für das Publikum mitgeteilt, dass ich wieder Ausreiten darf, weil die Verwendung von Gerten im Bewerb nicht erlaubt ist. Trotzdem hat er sich für meinen Versuch der Bewerbteilnahme bedankt. Das berühmte große Loch in dem man bei derartigen Gelegenheiten versinken möchte hat sich leider auch nicht aufgetan ! Das nennt man eine Lehre fürs Leben !

Was ist eine gute Reitstunde Teil 2

Liebe Frau Albert, der Kommentar Ihrer Reitlehrerin zum Thema “ Schlaufzügel” und die Weigerung Sie das Pferd ohne Schlaufzügel reiten zu lassen  macht mich fassungslos und auf der anderen Seite ist dies einfach die nüchterne Realität in vielen sogenannten “Schulbetrieben”. Wenn die Aussage dieser “Reitlehrerin” stimmt – dann hat dieses Pferd im Schulbetrieb nichts verloren ! Letzten Endes bezahlen Sie für Ihre Reitstunde denselben Preis – egal ob auf einem gut ausgebildeten Schulpferd oder auf einem offensichtlich absolut unrittigen “Schlaufzügelgaul”. Leider haben Sie nur Mitte September bis Anfang Oktober die Möglichkeit in München während des” Oktoberfestes” auf Karusellreiten auszuweichen. Dies würde mehr Sinn machen und  mehr Spaß bringen als diese “Schlaufzügelreiterei”. Und es wäre auch billiger. Ach ja – die “Auer Dult” gibt es ja auch noch. Und damit wären wir beim Hauptproblem: Reiten darf nichts kosten ! Reitstunden im Zehnerblock möglichst nicht über 10 bis 12 Euro. Einzeltunden um Gottes Willen nicht über 25 Euro. Einstallungskosten pro Monat nicht über € 250,– bis  € 350,–. Alles brutto natürlich. Die Reitschulbetriebe oder Reitvereine müssen Steuer abführen, Pferde kaufen, pflegen und füttern. Anlage erhalten. Tierarztkosten, Betriebskosten, Löhne usw. Die Finanzkrise führt noch dazu, dass viele Einstallboxen leer bleiben. Wer und wie soll man davon leben können. Es ist zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben. Also kann man sich keine gut ausgebildeten Schulpferde und schon gar  keine vernünftig und offiziell ausgebildeten Fachkräfte leisten. Danke für das große Lob über unsere Reitanlage, unsere bestens ausgebildeten Pferde und unsere Unterrichtserteilung. Aber unser Reitbetrieb in dieser hohen Qualität ist Jahr für Jahr ein absolutes  finanzielles Negativgeschäft. Wir stellen unsere Superanlage bewußt ausschließlich unseren Hotelgästen zur Verfügung. Keine Einstallpferde, kein örtlicher Reitbetrieb  – nur wer in unserem Landhotel wohnt hat Zugang zum Reitbetrieb. So werden Gruppenstunden fast zu Einzelstunden. Die Reiterei ist unsere Leidenschaft und unser Hobby. Der “Betriebsabgang”  im Reitstall -wie mein “Göttlicher” mir immer erklärt – wird durch die Gewinne im Hotel abgedeckt. Ohne Hotel müssten wir die Reitanlage auf diesem Niveau schlicht und einfach zusperren ! Ich bin froh, dass mein golfender Gatte voll hinter mir steht und mit dieser Art der Reitbetriebsführung  auf höchstem Niveau ohne Dauerblick auf die Finanzen einverstanden ist. Übrigens was viele Stammgäste nicht wissen: Durch meinen Gatten bin ich erst zur Reiterei gekommen. Es war vor fast 40 Jahren  s e i n  Hobby ! Er war jahrelang Ausbildungsreferent bei unserem Landesfachverband für Reiten und Fahren, Dressurreferent, Richter und Parcoursbauer. Seit 18 Jahren haben ihn die Golfer in “Beschlag” enommen ! Diese Arbeitsteilung ist vielleicht auch eines unserer Erfolgsgeheimnisse ! Wir freuen uns auf Ihren Besuch zu Ostern !

Was ist eine gute Reitstunde ?

Deise Frage wird mir sehr häufig gestellt. Offensichtlich sind viele Reiter mit den Möglichkeiten im eigenen Reitverein oder Privatstall zu Hause nicht so zufrieden.
Eine gute Reitstunde benötigt erst einmal Grundvoraussetzungen wie Reitplatz oder Reithalle mit einem gepflegten und korrekten Bodenbelag. Nicht zu hart – aber schon gar nicht zu weich ! Ein ausgebildeter Reitlehrer mit Spaß an der Arbeit ist ebenso Voraussetzung wie solide und bestens ausgebildetet Schulpferde. Der Reitleher muß  individuell auf jeden Reitschüler eingehen können. Deshalb kann ein Reitlehr nicht mehr als 4 bis 5 Reiter in einer Stunde haben. Werden Ihnen Gruppengrößen von 10 bis 12  Schulreiter angeboten. Verzichten Sie lieber und gehen Sie Karussell fahren. Das gleiche gilt für das unsinnige Abteilungsreiten genannt “Schweif an Schweif Reiterei”. Martingals (gerade noch vertretbar), Ausbinder (nur in besonderen  Notfällen  bei Reiteinsteiger zum Schutz der Pferde)  und ganz besonders  Schlaufzügel sind ein absolutes NO GO !! Ein guter Reitlehrer wird immer genau auf Ihren Sitz achten und dies in den Mittelpunkt des Unterrichts stellen. Beim Sitz fängt die Reiterei an und nicht umgekehrt. Ach ja – sollte der Reitlehrer in der Reitstunde rauchen oder gar ein Handy klingeln lassen – dann fahren Sie getrost nach Hause. Hier haben Sie nichts versäumt !

Herzliche Grüße Ihre Angelika Geiger

Liebe Reitsportfreunde,

ich bin nicht der totale Computerfan ! Ganz im Gegenteil. Mir ist die Zeit  bei unseren Pferden viel wichtiger. Ich freue mich aber sehr in Zukunft an dieser Stelle über Neuigkeiten aus dem Reitstall berichten zu können. Tipps und Anregungen in jeder Hinsicht zu geben. Pferde sind mein Lebensinhalt und ein Leben ohne Pferde kaum vorstellbar. Ich kann auf eine lange Reiterlaufbahn zurückblicken. Sehr erfolgreich und mit selbst ausgebildeten Pferden international bis Grand Prix gestartet. Meine Pferde wurden im Rahmen dieser Ausbildung niemals gequält oder modernen „Rollkuren“ unterworfen. Mein Göttergatte vergisst nicht immer darauf hinzuweisen, dass er sehr froh ist nicht als Pferd in meinem Stall zu stehen ! Er glaubt, dass er so viele Streicheinheiten auf Dauer nicht aushalten würde ! Ich freue mich über alle Kommentare und hoffe, dass diese möglichst zahlreich sind.