Liebe Petra, die Frage was ich von Sporen und Gerten bei “Amateurreitern” halte ist relativ einfach. Sporen haben bei “Amateurreiter” nichts aber auch schon gar nichts verloren ! Ich selbst arbeite meine Pferde täglich und ohne Sporen ! Im Schulbetrieb bei uns sind diese generell verboten ! Das richtige Treiben erfolgt ausschließlich über den richtigen Sitz. Diesen kann man nur ohne die Verwendung von Sporen erarbeiten !Die regelmäßige Verwendung von Sporen endet bei “Amateurreitern” mit dem berüchtigten “Stuhlsitz”. Das Tragen von Sporen ist offensichtlich für viele Reiter/innen lediglich zur Imagepflege erforderlich. Dies erinnert mich an die mit Eisen beschlagenen Schuhabsätze von Jungmanagern. Hier mag das “Klappern” vielleicht zum Handwerk gehören – im Reitsport wirkt es nur lächerlich ! Differenzierter ist die Frage nach Sinn und Unsinn bei der Verwendung von Gerten. Auch in dieser Hinsicht bin ich bei Reitanfängern und nur leicht fortgeschrittenen Reitern in Hinblick auf den Einsatz von Gerten neagtiv eingestellt ! Allerdings können Gerten in der richtigen Hand – im Gegensatz zu Sporen – für Pferd und Reiter eine sinnvolle Hilfestellung sein. Allerdings mit richtiger Führung und keinesfalls als “Prügelhilfe” oder als “Züchtigungsmassnahme”.
In Dressurwettbewerben sind auch Gerten verboten. Bei dieser Gelegenheit werde ich niemals in meinem Leben meine größte Blamage im Turniersport vergessen: Bei meinem ersten Grand Prix Start meiner Dressurkarriere in einem CDN in Wien war ich so aufgeregt, dass ich tatsächlich mit Gerte eingeritten bin. Ich habe einfach vergessen diese vor dem Einreiten beiseite zu legen. Die Internationalen Richter haben mich vor voll besetzter Tribüne brav Einreiten und auch noch schön Grüßen lassen. Dann hat mir der Vorsitzende der Richtergruppe ebenso höflich wie unüberhörbar für das Publikum mitgeteilt, dass ich wieder Ausreiten darf, weil die Verwendung von Gerten im Bewerb nicht erlaubt ist. Trotzdem hat er sich für meinen Versuch der Bewerbteilnahme bedankt. Das berühmte große Loch in dem man bei derartigen Gelegenheiten versinken möchte hat sich leider auch nicht aufgetan ! Das nennt man eine Lehre fürs Leben !
Liebe Frau Albert, der Kommentar Ihrer Reitlehrerin zum Thema “ Schlaufzügel” und die Weigerung Sie das Pferd ohne Schlaufzügel reiten zu lassen macht mich fassungslos und auf der anderen Seite ist dies einfach die nüchterne Realität in vielen sogenannten “Schulbetrieben”. Wenn die Aussage dieser “Reitlehrerin” stimmt – dann hat dieses Pferd im Schulbetrieb nichts verloren ! Letzten Endes bezahlen Sie für Ihre Reitstunde denselben Preis – egal ob auf einem gut ausgebildeten Schulpferd oder auf einem offensichtlich absolut unrittigen “Schlaufzügelgaul”. Leider haben Sie nur Mitte September bis Anfang Oktober die Möglichkeit in München während des” Oktoberfestes” auf Karusellreiten auszuweichen. Dies würde mehr Sinn machen und mehr Spaß bringen als diese “Schlaufzügelreiterei”. Und es wäre auch billiger. Ach ja – die “Auer Dult” gibt es ja auch noch. Und damit wären wir beim Hauptproblem: Reiten darf nichts kosten ! Reitstunden im Zehnerblock möglichst nicht über 10 bis 12 Euro. Einzeltunden um Gottes Willen nicht über 25 Euro. Einstallungskosten pro Monat nicht über € 250,– bis € 350,–. Alles brutto natürlich. Die Reitschulbetriebe oder Reitvereine müssen Steuer abführen, Pferde kaufen, pflegen und füttern. Anlage erhalten. Tierarztkosten, Betriebskosten, Löhne usw. Die Finanzkrise führt noch dazu, dass viele Einstallboxen leer bleiben. Wer und wie soll man davon leben können. Es ist zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben. Also kann man sich keine gut ausgebildeten Schulpferde und schon gar keine vernünftig und offiziell ausgebildeten Fachkräfte leisten. Danke für das große Lob über unsere Reitanlage, unsere bestens ausgebildeten Pferde und unsere Unterrichtserteilung. Aber unser Reitbetrieb in dieser hohen Qualität ist Jahr für Jahr ein absolutes finanzielles Negativgeschäft. Wir stellen unsere Superanlage bewußt ausschließlich unseren Hotelgästen zur Verfügung. Keine Einstallpferde, kein örtlicher Reitbetrieb – nur wer in unserem Landhotel wohnt hat Zugang zum Reitbetrieb. So werden Gruppenstunden fast zu Einzelstunden. Die Reiterei ist unsere Leidenschaft und unser Hobby. Der “Betriebsabgang” im Reitstall -wie mein “Göttlicher” mir immer erklärt – wird durch die Gewinne im Hotel abgedeckt. Ohne Hotel müssten wir die Reitanlage auf diesem Niveau schlicht und einfach zusperren ! Ich bin froh, dass mein golfender Gatte voll hinter mir steht und mit dieser Art der Reitbetriebsführung auf höchstem Niveau ohne Dauerblick auf die Finanzen einverstanden ist. Übrigens was viele Stammgäste nicht wissen: Durch meinen Gatten bin ich erst zur Reiterei gekommen. Es war vor fast 40 Jahren s e i n Hobby ! Er war jahrelang Ausbildungsreferent bei unserem Landesfachverband für Reiten und Fahren, Dressurreferent, Richter und Parcoursbauer. Seit 18 Jahren haben ihn die Golfer in “Beschlag” enommen ! Diese Arbeitsteilung ist vielleicht auch eines unserer Erfolgsgeheimnisse ! Wir freuen uns auf Ihren Besuch zu Ostern !
Deise Frage wird mir sehr häufig gestellt. Offensichtlich sind viele Reiter mit den Möglichkeiten im eigenen Reitverein oder Privatstall zu Hause nicht so zufrieden.
Eine gute Reitstunde benötigt erst einmal Grundvoraussetzungen wie Reitplatz oder Reithalle mit einem gepflegten und korrekten Bodenbelag. Nicht zu hart – aber schon gar nicht zu weich ! Ein ausgebildeter Reitlehrer mit Spaß an der Arbeit ist ebenso Voraussetzung wie solide und bestens ausgebildetet Schulpferde. Der Reitleher muß individuell auf jeden Reitschüler eingehen können. Deshalb kann ein Reitlehr nicht mehr als 4 bis 5 Reiter in einer Stunde haben. Werden Ihnen Gruppengrößen von 10 bis 12 Schulreiter angeboten. Verzichten Sie lieber und gehen Sie Karussell fahren. Das gleiche gilt für das unsinnige Abteilungsreiten genannt “Schweif an Schweif Reiterei”. Martingals (gerade noch vertretbar), Ausbinder (nur in besonderen Notfällen bei Reiteinsteiger zum Schutz der Pferde) und ganz besonders Schlaufzügel sind ein absolutes NO GO !! Ein guter Reitlehrer wird immer genau auf Ihren Sitz achten und dies in den Mittelpunkt des Unterrichts stellen. Beim Sitz fängt die Reiterei an und nicht umgekehrt. Ach ja – sollte der Reitlehrer in der Reitstunde rauchen oder gar ein Handy klingeln lassen – dann fahren Sie getrost nach Hause. Hier haben Sie nichts versäumt !
Herzliche Grüße Ihre Angelika Geiger
ich bin nicht der totale Computerfan ! Ganz im Gegenteil. Mir ist die Zeit bei unseren Pferden viel wichtiger. Ich freue mich aber sehr in Zukunft an dieser Stelle über Neuigkeiten aus dem Reitstall berichten zu können. Tipps und Anregungen in jeder Hinsicht zu geben. Pferde sind mein Lebensinhalt und ein Leben ohne Pferde kaum vorstellbar. Ich kann auf eine lange Reiterlaufbahn zurückblicken. Sehr erfolgreich und mit selbst ausgebildeten Pferden international bis Grand Prix gestartet. Meine Pferde wurden im Rahmen dieser Ausbildung niemals gequält oder modernen „Rollkuren“ unterworfen. Mein Göttergatte vergisst nicht immer darauf hinzuweisen, dass er sehr froh ist nicht als Pferd in meinem Stall zu stehen ! Er glaubt, dass er so viele Streicheinheiten auf Dauer nicht aushalten würde ! Ich freue mich über alle Kommentare und hoffe, dass diese möglichst zahlreich sind.
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